Tomate (Solanum lycopersicum)
Tomaten gehören sicherlich zu den Königinnen des Nutzgartens, da es sich um Früchte handelt, die nur dann den allerbesten Geschmack entwickeln, wenn sie ausgereift gepflückt werden.
Wer Tomaten schon einmal aus dem eigenen Garten gekostet hat, der möchte nie mehr die Kollegen aus dem Supermarkt verwenden, die noch grün geerntet wurden und dadurch eigentlich nur nach Wasser schmecken, statt nach der aromatischen Süße vieler gesammelter Sonnenstrahlen.
Schon die Ursprungsregion der Tomate (Mittel- und Südamerika) läßt darauf schließen, dass es sich um eine sehr sonnenbedürftige Pflanze handelt, die sich in unserem mitteleuropäischem Klima nicht so ganz wohl fühlen kann. Von Nordchile bis Venezuela wurden Tomaten schon ca. 200 v. Chr. von den Mayas kultiviert wie Samenfunde bei Ausgrabungen in Mexiko belegen.
Tatsächlich ist es kulturgeschichtlich noch nicht so lange her, dass die Tomate überhaupt nach Deutschland kam und zunächst sehr zögerlich ihren Eroberungszug antrat.
Als temporärer Neophyt erhielt die Tomate ihre Überfahrt über das Meer nach Europa erst nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus. So finden sich erste beweisende schriftliche Erwähnungen auch erst in der ersten Hälfte des 16.Jahrhunderts in Italien. So sind es denn auch die südlichen Länder in Europa, in denen die Tomate gezüchtet wird. Lustigerweise zunächst auch als Zierpflanze und nicht auf Grund ihrer leckeren Früchte. Erst Ende des 18.beziehungsweise Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckte man die Tomaten dann endlich vermehrt für die Küche und dieses dann auch in Deutschland und im restlichen Nordeuropa. Der wirkliche Durchbruch als nahrungsmittel gelang den 'Paradiesäpfeln' jedoch erst so richtig nach dem zweiten Weltkrieg, so dass man es bei Tomaten wirklich mit einem jungen Gemüse zu tun hat.


